Tony Allen

Secret Agent
'Afrobeat. Another one from the underground sensation’


Der 1940 in Lagos, Nigeria, geborene Tony Allen spielt seit seiner Kindheit Schlagzeug und er gilt heute zu Recht als einer der ganz grossen Musiker. Schon als Junge begeisterte er sich für afroamerikanische Drummer wie Max Roach oder Art Blakey. 1960 wurde Tony Allen professioneller Schlagzeuger. Der damals sehr aktuelle Highlife-Sound, aber auch Jazz waren sein Wirkungsfeld. Bald begann eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der Musiker-Legende Fela Anikulapo Kuti. Die beiden kreierten den Afrobeat. Unzählige Produktionen folgten. Engagierte, heisse Musik. Ein absolut eigener Stil. Tony Allen spielte einen federnden, auf den richtigen Punkt bringenden Schlagzeugstil.
Neben seiner Arbeit mit Fela gründete Allen 1984 die eigene Band Afrobeat 2000. Er produzierte einige sehr nachhaltige Alben.
Tony Allen blieb immer aktiv. Und er war, und ist, neben seinem aussergewöhnlichen Schlagzeugtalent auch ein begnadeter Sänger. Auch dort ist bei ihm Reduktion angesagt. Nicht zuviel Beigemüse. Alles auf den Punkt gebracht. Tony Allen liess sich in Paris nieder und experimentierte mit jungen Musikern. Auch neue elektronische Musik floss in seine Arbeit rein. Ein paar aussergewöhnliche, psychedelisch geprägte Alben entstanden. Doch der Afrobeat wirkte immer mit. Aber das Experimentelle fehlte nicht. 2007 dann die Zusammenarbeit mit dem Brit-Pop-Musiker Damon Albarn. Das Album The Good, the Bad & the Queen entstand. Damon Albarn produziert aber auch vorzügliche afrikanische Musik und machte mit Tony Allen 2006 ein starkes Afrobeat-Album: Lagos No Shaking.
Jetzt ist das neue Afrobeat-Album von Tony Allen erschienen. Secret Agent ist sehr fein. Nicht überladen. Jeder Takt stimmt. Vielfältige Stimmen. Nicht nur Tony Allen singt. Es sind ganz besondere Sängerinnen aus Lagos zu hören. Oft ein beatiger, jazziger Sound. Und immer mit Allen’s magischem Schlagzeugstil. Dazu feine Passagen mit Sax und Trombone. Afrobeat feiert ja weltweit eine Renaissance. Tony Allen’s Platte ist eine wunderbare Antwort auf die vielen schönen Produktionen afrikanischer, afro-amerikanischer und afro-europäischer Afrobeat-Bands. Denken wir an die Söhne Felas, an Antibalas in New York oder an RuthTafebe in Montpellier.
Die neue CD von Tony Allen setzt Massstäbe. Mit ihrer Klarheit. Nie überladen, wunderbarer Groove. Souliger, jazziger Touch und anspruchsvolle, intelligente Songs, Texte. Afrobeat!

Tony Allen. Secret Agent. 11 Tracks. Ca. 52 Min. World Circuit. 2009.



Weiteres: Tony Allen. Afro Disco Beat. Plays with Afrika 70 and The Afro Messengers. 2 CDs. Gute Zusammenstellung aus den 70ern. Auch auf Vinyl. Vampisoul.
Tony Allen. Lagos No Shaking. Honest Jon’s Records. 2006.
Femi Kuti. Day By Day. Wrasse. 2008.
Seun Kuti & Fela’s Egypt 80. Disorient. 2008.

Pius Frey

Comedia St.Gallen / www.comedia-sg.ch / 6.7.2009




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