Neue CD
Le Tout-Puissant Orchestre Poly-Rythmo
Cotonou Club

Das Orchestre Poly-Rythmo ist eine legendäre Band aus Benin. Schon seit Ende der 60er Jahre aktiv, macht dieses wunderbare Orchester unter dem Bandleader, Sänger und Saxophonisten Mélomé Clément und dem Sprecher der Band, dem Sänger und Komponisten Vincent Ahéhéhinnou, sehr berührende und kraftvolle Musik.
Dank Samy Ben Redjeb vom Label Analog Africa, der zwei Platten mit alten Aufnahmen vom Orchestre Poly-Rythmo de Cotonou veröffentlichte („The Vodoun Effect“ 1972 - 1975: Funk & Sato from Benin's Obscure Labels und „Echos Hypnotiques“ From the vaults of Albarika Store 1969 - 1979: Voodoo Soundz, Afro Beat, Psychedelia, Latin, Afro Funk) tourt das Orchester seit 2008 wieder in Europa und Amerika und legt nun eine, in Paris (100% Bénin embouteillé à Paris) aufgenommene Platte vor.
Die Musik ist ein gekonntes Zusammenspiel von Gesang, Blasinstrumenten und Gitarren. Dazu kommt kräftige Perkussion und Schlagzeug sowie ein psychedelisches Keyboard.
Musik aus Benin, heute eigentlich nur noch bekannt durch die Afro-Pop-Sängerin Angélique Kidjo, hat eine tiefe Tradition. Oft verwurzelt in eigentlicher Voodoo-Musik. Dies ist bei verschiedenen Songs, auch der modernen Benin-Musik, an eigenständigen Rythmusformen und besondeen mehrstimmigen Gesängen zu hören. Gut zu vergleichen mit haitianischer Musik. Da treffen sich ja auch beide Kulturen. Die uralten Voodoo-Bräuche, welche sich in Benin und Haiti erhalten haben. Benin gilt als eigentliche Wiege der afro-karibischen Voodoo-Candomblé-Religionen.
Das Orchestre Poly-Rythmo war äusserst aktiv. Produzierte eine grosse Menge Schallplatten, spielte für andere Sänger und Sängerinnen und entwickelte seine Musik immer weiter. Verschiedene Stile flossen ein. Latin-Elemente, Funk und Soul aber auch die aufkommende „weisse“ psychedelische Rock- und Popmusik.
Dann wurde es stiller. Die grosse Musikszene Benins erlebte bedrückende Zeiten. Viele Bands wurde plötzlich als staatsfeindlich und unrevolutionär eingestuft. Das Überleben wurde schwierig. Ein Tiefpunkt war dann 1980. Bei einem Auslandauftritt in Libyen schmiss die dortige Polizei, mit der Begründung von Drogenverdacht, die gesamte Anlage der Band aus dem zweiten Stock eines Hotels.
Nun sind aber glücklicherweise bessere Zeiten gekommen und das Orchester hat wieder Auftritte und seine riesigen Musikschätze wurden auf sorgfältige und engagierte Art an die Oberfläche geholt.
Die neue Platte Cotonou Club hat es in sich. Rauer Funk und Soul mit all den typischen „Benin-Zutaten“. Dazu gibt es auf einzelnen Stücken prominente Unterstützung. Seien dies die Sängerinnen Fatoumata Diawara und Angélique Kidjo, aber auch die gross angesagte englische Indie-Band Franz Ferdinand.
Was auch Freude macht, sind die äusserst gut edierten Veröffentichungen. Alle Platten vom Orchestre Ply-Rythmo sind gekonnt gestaltet und mit vielen Informationen gespickt; auch auf Vinyl mit Klappcover. Fantastische Musik bestens in Szene gesetzt.

Le Tout-Puissant Orchestre Poly-Rythmo: Cotonou Club (Ca. 46 Min. Spielzeit. Auf CD oder Doppel-Vinyl. 2011) / Strut-Records.

Orchestre Poly-Rythmo de Cotonou. Volume one: „The Vodoun Effect“ (Aufnahmen von 1972 bis 1975. Ca. 67 Min. Spielzeit. Auf CD oder Doppel-Vinyl) / Analog Africa.

Orchestre Poly Rythmo de Cotonou: „Echos Hypnotiques“ (Aufnahmen von 1969 bis 1979. Ca. 81 Min. Spielzeit. Auf CD oder Doppel-Vinyl) / Analog Africa.

www.strut-records.com
www.polyrythmo.com

Pius Frey

Comedia Buchhandlung St.Gallen
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Comedia St.Gallen / www.comedia-sg.ch / 03.05.2011




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