Zwei Frauenstimmen aus Westafrika

Schon immer spielten Sängerinnen in der Musik Westafrikas, vorwiegend aus Mali, Senegal, Guinea und der Elfenbeinküste, eine wichtige Rolle. Ursprünglich aus der Griottradition stammend entwickelte sich im Laufe der Zeit eine selbstständige und einflussreiche Musikszene. Sona Diabaté und Sayon Bamba von der Frauenband Les Amazones de Guinée; oder Oumou Sangare, Rokia Traoré, Dobet Gnahoré und Nahawa Doumbia sind nur ein paar Beispiele einer grossen Anzahl bedeutender Sängerinnen. Starke, aussagekräftige Stimmen. Oft mit einer klaren Botschaft.
Nun sind wieder zwei empfehlenswerte Platten westafrikanischer Sängerinnen erschienen.
Mamani Keita, ursprünglich aus Bamako stammend, legt mit Gagner L'Argent Français ein zeitgemässes und berührendes Album vor. Mamani Keita lebte lange Zeit als Illegale in Paris. Am eigenen Leib musste sie erfahren was es heisst, sich mit ihrem Kind als illegale afrikanische Migrantin durchs Leben zu kämpfen. So ist es klar, dass auf ihrer neuen Platte auch ihr Überlebenskampf, ihre Erfahrungen thematisiert werden. Mamadi Keita hat eine kraftvolle, klare Stimme. Gekonnt wechselt sie in ihren Songs zwischen ihrer Muttersprache Bambara und Französisch. Die Musik umfasst das ganze Spektrum zwischen Tradition, Afro-Beat, Electro und Dub. Es gibt unverhoffte Wechsel welche aufs Beste die Aussagen ihrer Lieder unterstreichen.
Während Mamani Keita mit Gagner L'Argent Français ihr drittes und überzeugendstes Album vorlegt kommt mit Fatou die erste eigene Platte des jungen, in Elfenbeinküste geborenen und Mali aufgewachsenen, Talentes Diawara Fatoumata. Auch diese Sängerin lebt heute in Paris. Doch ihre künstlerische Laufbahn begann als Schauspielerin. Sie agierte in Theaterstücken und Filmen. Immer stärker wurde ihr Engagement als Sängerin. So arbeitete sie unter anderem mit Cheikh Lô, AfroCubism, Herbie Hancock und dem Orchestre Poly-Rythmo de Cotonou zusammen. Oumou Sangare machte dann Diawara beim angesagten Label World Circuit bekannt. Auf Fatou ist sie nun mit ihrer wunderbaren Stimme und ihrer akustischen Gitarre zu hören. Weitere vorzügliche Musiker begleiten sie dabei. Zwischen Wassoulou-Sound, Kongo-Gitarren und ruhiger Musik hinterlässt die Stimme von Diawara Fatoumata einen bleibenden und erfrischenden Eindruck. Übrigens gibt sie in nächster Zeit einige Konzerte in der Schweiz.
Beide Sängerinnen verkörpern mit ihren Platten ein neues Kapitel afrikanischer Musik. Roots verbindet sich mit aktueller Musik und aktuellen Themen der heutigen Zeit.

Mamani Keita. Gagner L'Argent Français. Prod. Nicolas Repac. ca. 50 Minuten Spielzeit. 10 Tracks. No Format! - Rec.

Diawara Fatoumata. Fatou. ca. 50 Minuten Spielzeit. 12 Tracks. World Circuit - Rec.


Pius Frey

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