Black Bazar


Zuerst war ein Buch. 2009 erschien in Frankreich der Roman Black Bazar des in der Republik Kongo geborenen Autors Alain Mabanckou. Das in der Zwischenzeit auch in deutscher Sprache vorliegende Buch schildert treffend, witzig und selbstironisch das Leben, den Alltag eines Afrikaners in Frankreich.
Darauf aufbauend, und die Songs inspiriert von Alain Mabanckous's Roman, stürzten sich die Musiker, Songschreiber und Sänger Sam Tshintu und Modogo Abarambwa in das Projekt Black Bazar. Daraus entstand eine prächtige Platte mit starker Lyrik von Alain Mabanckou, Modogo und Sam. Die Platte ist ein gelungenes Beispiel zeitgenössischer Erkundung kongolesischen Rumbas. Feiner lebendiger Soukous, reich instrumentiert und ohne Elektronik. Mehrstimmige Songs mit vorzüglichen Sängerinnen und Sängern. Begleitet von luftiger Musik mit Gitarren, Bass, Schlagzeug, Perkussion und Piano.
Man merkt es Black Bazar an, dass die Bandleader Sam und Modogo reich an musikalischer Erfahrung sind. Arbeiteten sie doch schon mit dem grossen Soukous-Star Koffi Olomidé zusammen.



Black Bazar ist ein Beispiel grossartiger Zusammenarbeit von ArtistInnen aus den beiden Kongo und aus Kuba, wo ja der Rumba auch gepflegt wird. Die auf der CD enthaltenen zehn Songs erzählen über die schwarze Seele in Europa, über Zerrissenheit und verschiedene Kulturen, über Missverständnisse, über verlorene und gefundene Liebe, über den Umgang mit fremden Lebensweisen, über globale Konflikte, über Träume und eigene wie fremde Vorurteile.
Black Bazar ist ein gelungenes Beispiel von der Übertragung eines furiosen Romanes in bewegende Musik.
Da ein Thema von Black Bazar die Frage von Immigration und Identität ist, sei hier auf die CD Yes We Can - Songs About Leaving Africa hingewiesen. Da geben afrikanische RapperInnen den Ton an. Also völlig anderer Sound wie bei Black Bazar. Von Daara J Family aus Senegal über K'Naan aus Somalia, Modenine aus Nigeria, von Artisten aus Ghana, Uganda, Frankreich, Kamerun bis zu Zubz aus Zimbabwe/Südafrika wird die heutige Zeit, die heutigen Probleme und die Träume des Verreisens, der Flucht und einiges mehr mit viel Herzblut, Kritik, aber auch Optimismus thematisiert. Zu urbaner, elektronischer Musik mit harten Beats werden oft ganz persönliche Erlebnisse mit Visabehörden und klandestinem Leben geschildert.
Wie üblich beim engagierten out here Label ist Yes We Can bestens dokumentiert. Eine hörenswerte Zusammenstellung aktueller, brennender Sounds.



Alain Mabanckou présente BLACK BAZAR. Modogo & Sam. Invités: Souleymane Diamanka, Douleur Douala, Niuver.
10 Tracks. Ca. 65 Minuten. Lusafrica-Rec., 2012
CD CHF 26.-

Die Bücher von Alain Mabanckou: Black Bazar. Liebeskind Verlag, 2010
(neu auch als Heyne-TB). Stachelschweins Memoiren. Liebeskind Verlag, 2011


Yes We Can. Songs About Leaving Africa. VA.
15 Tracks. Ca. 70 Minuten. Out Here Rec., 2010
CD CHF 29.-



Pius Frey

Comedia Buchhandlung St.Gallen
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Comedia St.Gallen / www.comedia-sg.ch / 28.3.2012




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