Ghana Soundz


Äusserst erfolgreich war die Musikszene Ghanas in den 60er und 70er Jahren. Grosse Stars agierten erfolgreich. Viele Hits aus diesen goldenen Zeiten wirken bis heute.
Dann wurde es immer stiller um die Musik Ghanas. Highlife, Afro-Beat, Afro-Funk und weitere Stile verloren ihre Kraft. Man trauerte den alten Stars nach. Was war geschehen? Viele Musiker wurden brotlos. Sie bekamen für ihre Hits, für ihre Arbeit schlicht kein Geld mehr. Windige Manager steckten die Kohle ein. Die Regierung hielt von kultureller Vielfalt auch nicht viel. Dazu war es gang und gäbe die Musik auf Tapes raubzukopieren. Diese meist sehr schlecht kopierten Tapes gelangten auf den Schwarzmarkt. Die Musiker sahen kein Geld. Viele von ihnen mussten mit Musik machen aufhören, sich sonst wie über Wasser halten. Andere gingen ins Ausland, konnten schlecht und recht überleben und träumten von den vergangenen Zeiten.
Was in Ghana übrigblieb war meist klägliche, schlecht gespielte Musik im Dienste von Freikirchen, Politikern und Werbefritzen.
In den letzten Jahren wurden durch engagierte Musikliebhaber zahlreiche Schätze westafrikanischer Musik aufgestöbert, vor dem Verschwinden gerettet und durch liebevolle Produktionen wieder zugänglich gemacht. Diverse Labels entstanden. Unter anderem Soundway, Analog Africa, Honest Jon's oder Strut. Das Schöne daran: Fast in Vergessenheit geratene frühere Stars gehen wieder auf die Bühne, auf Tournee, spielen neue Platten ein.
Ein gutes Beispiel ist der ghanesische Sänger, Gitarrist, Komponist, Bandleader und Dozent Ebo Taylor. Der über 70 jährige spielte zusammen mit jüngeren ghanesischen und europäischen Musikern zwei hörenswerte Platten ein. Ebo Taylor kann wohl als Eminenz des 70er Ghana-Funk bezeichnet werden. Der Sound eines Ebo Taylor mit seiner Afrobeat Academy oder auch die Musik der ghanesisch-britischen Band Konkoma bringt auch in die Musik-Szene Ghanas neuen Schwung. Man besinnt sich wieder auf die grosse Musiktradition. Auf die fantastische instrumentale Musik. Starke Gesänge, gekonnte Bläser-Einsätze, psychedelisch geformtes Orgelspiel, tiefer Rhythmus und blendende Gitarren.
Allmählich hörte man an jeder Ecke nur noch Hiplife. Und dieser Hiplife war und ist meist nur billige Kopie vom amerikanischen Hiphop. Nun kommt auch in den Hiplife Bewegung und Schwung. Die grosse, lebendige und tanzbare Musik-Tradition Ghanas, Nigerias, Benins drängt wieder in die aktuelle Musik.
Die betörende Musik von Ebo Taylor und seiner Afrobeat Academy war in der letztenZeit auch in der Schweiz und Deutschland zu hören. Unvergessliche Auftritte. Musik mit Würde und Weisheit. In der heutigen Zeit angekommen. Und das mit einem Hauptprotagonisten welcher schon 1957, bei der Unabhängigkeit von Ghana, auf der Bühne stand.


Ebo Taylor: Appia Kwa Bridge (2012). CD oder Doppel-Vinyl. Soundway-Rec.

Ebo Taylor: Love and Death (2010). CD oder Doppel-Vinyl. Strut-Rec.

Ebo Taylor: Life Stories. Highlife & Afrobeat Classics 1973 - 1980. CD oder Doppel-Vinyl. Strut-Rec.

Konkoma: Konkoma (2012). CD oder Doppel-Vinyl. Soundway-Rec.
Ghana Soundz: Afro-Beat, Funk and Fusion in 70's Ghana. U.a. auch mit Ebo Taylor. CD. Vol. 1 (NA geplant!) und Vol. 2. Soundway-Rec.

Ghana Special: Modern Highlife, Afro-Sounds & Ghanaian Blues 1968-81. U.a. auch mit Ebo Taylor. CD und Vinyl-Special-Edition (5 LPs). Soundway-Rec.

The Rough Guide to Highlife (with Bonus CD by Seprewa Kasa). 2CDs. World Music Network



Pius Frey

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Comedia St.Gallen / www.comedia-sg.ch / 30.12.2012


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