Space Rumba aus Kinshasa und frische afro-kubanische Rhythmen aus Senegal

Mbongwana Star aus Kinshasa sind eine dieser neuen Gruppen aus dem urbanen Afrika welche mit neuem, zukunftsträchtigem Sound überraschen. Mbongwana heisst auch Wandel und das hört man der Musik prächtig an. Gründer von Mbongwana Star sind zwei im Rollstuhl musizierende Profis, welche vorher bei Staff Benda Bilili dabei waren. Coco Ngambali und Theo Nzonza sind die eigentlichen Bandleader welche weitere fünf Musiker um sich scharten und voller Elan und viel Experimentierfreude ans Werk gingen. Eine wichtige Rolle dabei spielt auch noch der französische Space- und Elektromusiker, sowie Ausnahmebassist Doctor L.
Traditionelle Musikstile werden gnadenlos verändert. Soukous-Schmeichelgesang trifft sich mit Hardcore-Power. Roher, giftiger Funk verbindet sich mit dem Metallofon-Sound der legendären Konono No. 1. Jedes Stück birgt etwas Neues, Überraschendes. Es wird nie beliebig. Aber dazwischen manchmal fast ein wenig besinnlich mit prägnanten Stimmen. Dann durchbrechen metallene Töne die Stimmung und bringen fast rasendes Tempo in die Musik. Zukunftsmusik aus einer unüberschaubaren, dröhnenden, riesigen Stadt. Nicht zu übersehen, zu überhören ist dabei eine neue Generation kongolesischer Musiker, welche in verschiedenen Projekten zusammen arbeiten. Über die Musik hinaus. Auch Schriftsteller und Kunst-StudentInnen sind mit dieser zukunftsträchtigen Musikwelt involviert. So in einem speziellen Video der Band, welches in Bild- Auszügen auf dem seltsamen Cover der gerade erschienenen CD zu sehen ist. Ein fantastisches Gebräu. Afrikanische Musik zum 21. Jahrhundert aus Kinshasa. Sehr hörenswert.

 


Einen ganz anderen Stil pflegt der grosse Musiker und Sänger Cheikh Lô aus Senegal. Cheikh Lô ist ein Meister der feinen afro-kubanischen Rhythmen. Nach fünf Jahren Unterbruch legt Lô ein überzeugendes Album vor. Mit einer Fülle hochaktueller Songs. Auf der Platte ist immer wieder eine gute Prise Afro-Jazz-Funk zu spüren. Sehr schön der Song Doyal Naniou, wo die grandiose Sängerin Oumou Sangare zu hören ist. Auf Degg Gui singt Cheikh Lô zu einer Musik, welche gekonnt vom Akkordeonisten Flixi und der brasilianischen Sängerin Flavia Coelho begleitet wird. Und demTitelsong Balbalou haucht der Trompeter Ibrahim Maalouf eine besondere Note ein. Die Musik auf Balbalou ist leicht, luftig, sehr gut eingespielt und gekonnt arrangiert. Die Instrumente fliessen förmlich zusammen und erzeugen eine dauernde, angenehme Spannung. Eindrücklich auch der besondere Einsatz von Blas- und Streichinstrumenten. Feine Musik für Geist und Körper.


Mbongwana Star: From Kinshasa
10 Tracks. CD & LP (Vinyl)
World Circuit Rec.


Cheikh Lô: Balbalou
10 Tracks. CD & LP (Vinyl)
Chapter Two Rec.





Pius Frey

Comedia Buchhandlung St.Gallen
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21.7.2015




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