Neue Musik aus dem westlichen und südlichen Afrika

Wer kennt sie noch. Die legendären Les Amazones de Guinée. Diese einzigartige Frauenband. Mit ihrem eigenständigen Stil und ihren grossartigen Sängerinnen. Denken wir nur an die überragende Sona Diabaté. Les Amazones de Guinée waren durch und durch eine Frauenband. Nicht nur der Gesang, alle Instrumente waren in Frauenhand. Das ist bei Les Amazones d’Afrique mit ihrer Platte République Amazone nicht ganz der Fall. Mischt da doch der bekannte Musiker und Produzent Dr. L (Liam Farrell) mit, den wir auch aus seiner Zusammenarbeit mit Tony Allen oder Mbongwana Star kennen. Vielleich bringt Dr. L bei den Amazonen ein wenig zu viel Elektronik ins Spiel. Trotzdem hat die Platte mit den Sängerinnen und Musikerinnen Rokia Koné, Angelique Kidjo, Kandia Kouyaté, Mamani Keita, Mariam Doumbia, Mariam Koné, Massan Coulibaly, Mouneissa Tandina, Nneka und Pamela Badjogo sowie der Rapperin Inna Modja ihren besonderen Reiz. Ein vielschichtiges, engagiertes Frauenprojekt welches mit Herzblut und grossem Können an die Sache geht. Und es ist immer wieder mal ein Hauch Griot-Tradition zu spüren. Die Platte ist auch ein klares Statement gegen sexuelle Gewalt an Frauen. So geht ein Teil der Einnahmen an ein entsprechendes Projekt im Kongo.


Loyando von Mokoomba aus Zimbabwe ist eine grosse Überraschung. Modern und intensiv den musikalischen Tradtitionen zugewandt. Schon das 2010 erschienene Album Rising Tide, übrigens produziert von der Musikerin Manou Gallo, war ein Wurf. Luyando ist noch erdiger, noch mehr konzentriert auf das grosse Erbe der Musik Zimbabwes. Ein wichtiger Einfluss hat die Kultur des Tonga-Volkes aus der Gegend der Victoria Falls. Die fünf Musiker von Mokoomba machen einfach hinreissende, nie überbordende ins undefinierbare abgleitende, Musik. Beste Akkustik-Gitarre, Bass und verschiedene Perkussions-Instrumente geben das Gerüst für eine feine Musik. Schön auch das beigelegte Büchlein mit Erklärungen und dem Abdruck der Song-Texte. Inklusive Angaben der verschiedenen Sprachen. Neben Englisch sind dies die heimischen Sprachen Tonga, Ndebele, Luvale, Lozi und Shona. Ein Hit ist das mehrstimmige Vokal-Stück Nyaradzo. Im Stil von Ladysmith Black Mambazo singen Mokoomba in grosser Intensität und hoher Qualität. Es erinnert an frühere Zeiten. Doch hier und heute produziert von jungen, kraftvollen Musikern. Eine positiv überraschende Rückkehr.

Les Amazones d’Afrique: République Amazone
12 Tracks. Real World Rec.; 2017.
CD und Vinyl.


Mokoombo: Loyando.
10 Tracks. Outhere Rec.; 2017.
CD und Vinyl.



realworldrecords.com/amazonesdafrique
outhere.de




Pius Frey

Comedia Buchhandlung St.Gallen
www.comedia-sg.ch
04.2017




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