Wassoulou 2017. Zaire 1974

Nach längerer Zeit hat die grossartige westafrikanische Sängerin Oumou Sangaré eine neues, vorzügliches Album veröffentlicht. Auch Mogoya, wie die vorherigen Produktionen, ist positiv beeinflusst von diesem einzigartigen Wassoulou Groove. Die Wassoulou Region besitzt eine eindrückliche und sich immer wieder weiterentwickelnde Musiktradition. Oumou Sangares spannungsvoller Gesang verbindet sich mit diesem speziellen Sound, angereichert durch moderne Einflüsse, aufs Beste. Eindrücklich das Stück mit dem phänomenalen (Afro-Beat-) Schlagzeuger Tony Allen. Yere Faga bietet eine grandiose Verbindung von Sangares Gesangskunst mit dem federnden, ziehenden Spiel von Tony Allen. Stilvolle, funkige Musik. Oumou Sangare nimmt sich mit jedem Song ein Thema vor. Probleme mit Familiennamen; Tragik der Selbstmorde; Blick auf Mali; Ernährung; die Stärke der Frau; soziale und gesellschaftliche Fragen werden immer mit einer eigenen Note und der passenden Musik begleitet. Hinter Mogoya steckt viel Herzblut..


Zaire 74 ist ein besonderes Tondokument. In der Hauptstadt Kinshasa des damaligen Zaire (heute VR Kongo) fand im Herbst 1974 der legendäre Boxkampf zwischen Muhammad Ali und George Foreman statt. Rumble in the Jungle. Dazu gab es ein dreitägiges Musikfestival. Organisiert und produziert vom südafrikanischen Musiker Hugh Masekela und von Stewart Levine. Es trafen grosse afroamerikanische und karibische Bands auf. Soul, Funk, Salsa, Blues, Cumbia...Dies wurde schon vor einiger Zeit dokumentiert. Nun endlich ist auch der Abend mit den afrikanischen Artisten auf einer Kompilation mitzuerleben. Und das zusammen mit guten Kommentaren und einem extra jetzt verfassten Text des damaligen Organisators Hugh Masekela. Die Stars waren: Tabu Ley Rocherau and Afrisa; Abeti; Franco and T.P.O.K. Jazz; Abumba Masikini; Pembe Dance Troupe; Orchestre Stukas und Miriam Makeba.



Nebst einem wertvollen Blick, einem vergnüglichen Hören der damaligen pulsierenden afrikanischen Musik-Szene ist Zaire 74 – The African Artists eine einzigartige Dokumentation dieses von Diktator Mobutu gepushten Anlasses. So verwundert es nicht, dass auf dieser Platte eigentliche Praise Songs zu Ehren des Diktators zu hören sind. Diese Platte bringt uns aber auch den Reichtum der kongolesischen Musik näher. Und es gibt Überraschungen. So die Musik von Abeti, eine der ersten grossen weiblichen Stars in der afrikanische Musik. Und immer wieder dieser wahnsinnige Elektrogitarrensound welcher durchblitzt. Wild und ungezähmt. Die Aufnahmequalität ist manchmal schwach. Doch wir haben ein Tondokument in den Händen, welches ungefiltert rüberkommt. Musikalisch wie geschichtlich.

Oumou Sangaré: Mogoya
9 Tracks. CD und LP (Vinyl). No Format-Rec. 2017


Tony Allen: A Tribute to Art Blakey and The Jazz Messengers
4 Tracks. Nur EP. Blue Note. 2017


Zaire 74: The African Artists
34 Tracks. 2 CDs; 3 LPs (Vinyl). Inkl. gute Dokumentation.
WRASSE-Rec. 2017






Pius Frey

Comedia Buchhandlung St.Gallen
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08.2017




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