Neues und Altes aus Tansania und Kamerun

Msafiri Zawose, Sohn der tansanischen Musiklegende Hukwe Zawose (gestorben 2003), legt mit Uhamiaji ein Album mit Tradition und Zukunft vor. Zawose singt und spielt hauptsächlich das traditionelle Instrument Ilimba (Fingerklavier). Die Rhythmen, der Aufbau der Musik orientiert sich immer noch an der grossartigen Gogo-Musik, welche schon sein Vater Hukwe Zawose in die Welt brachte. Dessen Hauptwerk Hukwe Zawose & The Master Musicians of Tanzania Chibite, damals bei Real World erschien und so auch hier seine HörerInnen fand. Beim Gogo-Style ist nicht nur die besondere Musik beachtenswert, sondern auch die Wichtigkeit des Gesanges und dessen Aussage. Da erstaunt es nicht, auf Uhamiaji klare Töne zu hören zu heutigen Problemen wie Flucht, Immigration, globale Politik. Dabei hat Msafiri Zawose die Musik entwickelt. Natürlich spielen Ilimba, gespielt von der halben Familie, eine wichtige tragende Rolle. Dazu gesellen sich Malimba, Ngoma, Bass, Perkussion. Und nun auch gekonnt eingespielte Elektronik sowie Blasinstrumente (French-Horn). Dadurch erinnert man sich manchmal an die legendäre deutsche Band Can; aber auch an Jazz und improvisierte Musik. Beim Gesang gibt es genauso frische Einflüsse. So sanfte Hip-Hop-Töne. Diese Platte hat ihren ganz eigenen Stil und eine wunderbar atmosphärische Dichte. Ein paar mal reinhören lohnt sich.


Der kamerunische Musiker Manu Dibango machte den Musikstil weltberühmt. Makossa. Diese sehr tanzbare, rhythmische Musik. In Kamerun war die goldene Zeit dieses Soundes zwischen Mitte 70er und 80er. Unzählige Gruppen pflegten ihn. Dieser Pop Makossa hat es in sich. Treibend, explosiv, erdig, ungeschminkt. Die vorliegende Kompilation Pop Makossa zeigt eindrücklich den Stil welcher Yaounde zum tanzen brachte. Und das mal ohne Manu Dibango. Pop Makossa Invasion, Nen Lambo, More Love, Yaounde Girls und einige mehr bringen fiebrigen, spannungsgeladenen Tanzsound wie man ihn selten hört, der damals eigentlich nur in Kamerun gehört wurde. Dazu war diese Musik vor Afro-Beat und Afro-Funk. Makossa ohne Elektronik und Drum-Maschinen. All dies spielte später beim Makossa eine wichtige Rolle. Siehe Manu Dibango.



Msafiri Zawose: Uhanmiaji
13 Tracks. Prod. Msafiri Zawose u. Sam Jones. Mit Unterstützung von Pro Helvetia. CD und LP (Vinyl).
Soundway Records, 2017.


Pop Makossa. The Invasive Dance Beat of Cameroon 1976 – 1984
Compiled by Samy Ben Redjeb and Déni Shain. CD und LP (Vinyl).
Analog Africa, 2017.




Pius Frey

Comedia Buchhandlung St.Gallen
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11.10.2017




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